Standhaft für die Sozialdemokratie

Veröffentlicht am 03.07.2025 in Ortsverein
 

Jubilare, Jubilarinnen und die Ehrenden

Der SPD-Ortsverein Lauchringen hat am 1. Juli 2025 verdiente Mitglieder für ihre jahrzehntelange standhafte Treue zur SPD geehrt. Das Ehrenamt lebt durch seine Würdigung. Das gilt besonders, wenn wir langjährig ehrenamtlich aktive verdiente Jubilare des SPD Ortsvereins Lauchringen öffentlich würdigen können.

Im Bild v.l.n.r.: PSt. Rita Schwarzelühr-Sutter MdB, Bürgermeister Thomas Schäuble, Anselm Braun, Hildegard Rogg, Dr. Philipp Schmidt-Wellenburg, Ingrid Pichler, Regina Schmied, Jürgen Hannemann, Andrea Timm

Der Ortsvereinsvorsitzende Dr. Philipp Schmidt-Wellenburg konnte fast dreißig Personen an diesem heißen Sommerabend im Abenteuerland des Familienzentrums Hochrhein in Lauchringen begrüßen. Darunter waren u.a. neben aktiven Mitgliedern aus dem SPD-Ortsverein Lauchringen auch Gäste wie Bürgermeister Thomas Schäuble (CDU), Gemeinderat Oliver Roters (Freie Wähler), aus Waldshut die dortigen SPD- Gemeinderäte Claudia Hecht und Dieter Flügel sowie die neu gewählte Co-Vorsitzende der  Kreis-Jusos Gulnara Malzner. Vielen Dank gab es gleich an Ulla Hahn und ihr Team vom Familienzentrum, die mit Häppchen und Snacks die Ehrung untermalte. Und offenbar war das „Abenteuerland“ als Veranstaltungsort für eine parteipolitische Mitgliederehrung sehr gut gewählt, denn sozialdemokratische Kommunalpolitik hatte in Lauchringen in den letzten Jahren manchmal abenteuerliche Züge.

Ortsvereinsvorsitzender Dr. Philipp Schmidt-Wellenburg brachte es zu Beginn der Veranstaltung in seiner Begrüßung der Gäste auf den Punkt: Heute würden keine dem Zeitgeist folgende egozentrisch selbstoptimierte Privatindustrielle geehrt, sondern Menschen, die sich selbst immer zurückgenommen und dem Allgemeinwohl verpflichtet hatten. Und es sei ganz wichtig für ein Gemeinwesen, dass es nicht nur Profis für die Daseinsvorsorge in der Gemeindeverwaltung gebe, die grundsätzliche Aufgaben hauptberuflich übernähmen. Ein großer Teil dessen, was den Charakter einer Gemeinde ausmache, passiere ehrenamtlich in Vereinen der anderen Institutionen. Deshalb sei es eine große Freude, dass die SPD heute genau solche Menschen ehren könne, die in der Mitte der Gesellschaft deren Bild mit geprägt hätten.

Thomas Schäuble freute sich, «Gedanken zum Ehrenamt in Lauchringen» aus der Sicht des Bürgermeisters beizusteuern. Er begann mit dem bekannten Kennedy-Zitat vom 20. Januar 1961 „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.“ Auch 64 Jahre nach dem Amtsantritt von John F. Kennedy sei dies ein Grundpfeiler gesellschaftlichen Zusammenlebens. Besonders auf Gemeindeebene brauche man Menschen wie Anselm Braun, der schon vor der vollendeten Zusammenlegung von Unter- und Oberlauchringen die Zusammenlegung der Fußballvereine beider Orte anregte und schließlich auch vollendete. Nur wenn in der Mitte der Gesellschaft ohne Angst mutige Visionen entwickelt und auch umgesetzt würden, gebe es den Fortschritt. Es sei wenig erfolgversprechend, sich nur auf die Apparate der Institutionen zu verlassen. Auch aktuell versuche man in Lauchringen einen Verein des Christlichen Lebens ins Leben zu rufen, um nicht auf die komplizierten Institutionen und den Instanzenweg innerhalb der katholischen Kirche angewiesen zu sein. Das Ehrenamt sei ein wichtiges Anliegen der politischen Gemeinde Lauchringen, die immerhin auf 43 Vereine, Organisationen und Institutionen blicken könne, die im Ehrenamt das Gemeinwesen gestalteten. In diesem Zusammenhang bedeutsam sei eine öffentliche Anerkennungskultur, wie sie hier auch durch die Ehrung der Jubilarinnen und Jubilare zum Ausdruck komme. Die Gemeinde Lauchringen vergebe inzwischen Ehrenmedaillen in zwei Stufen, um konkrete Anlässe zu schaffen, bei denen man das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger würdigen könne. Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, den Mitmenschen immer wieder klar zu machen, dass Menschen das Gemeinschaftsgefühl brauchen und die Gemeinschaft gegen die Egoismen geschützt werden müsse. Das gelte besonders auch in der Politik. In einer Zeit, in der die Menschen in den Medien nur noch die Schlagzeilen über sensationelle  Ereignisse, Krisen und Konflikte läsen, müsse die Anerkennungskultur ein Gegengewicht schaffen.

Entsprechend freute sich die SPD-Bundestagsabgeordnete, stellvertretende Landesvorsitzende, Kreisrätin und erneute Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, mit positiven Nachrichten kommen zu können. Es sei für sie immer wieder eine große Freude, Mitglied und eingebunden in einem aktiven Ortsverein und seinen übrigen aktiven Mitgliedern sein zu können: „Es ist toll, dass Ihr da seid!“. Dabei stehe die Demokratie insgesamt leider unter Druck. Bedrohliche Entwicklungen zeigten sich in einer Ellenbogengesellschaft und mangelndem Respekt der Menschen untereinander sowie einer wenig wertschätzenden Berichterstattung in den Medien darüber. Deshalb sei es Ihr wichtig, dass an diesem Abend die Presse professionell vertreten sei und wir auf eine Berichterstattung über ein positives Ereignis hoffen könnten. Eine Gesellschaft habe nur dann eine Chance, wenn das Miteinander der Menschen von gegenseitigem Respekt, Vertrauen, einem Gefühl des Zusammenhaltes und der Übernahme von Verantwortung im persönlichen Engagement getragen sei.  Demokratie erodiere, wenn dies abnehme, wenn sich Menschen von der Gemeinschaft abwendeten und schließlich resignierten. Es gebe immer wieder Anlässe, um diejenigen zu würdigen, die sich um andere Menschen kümmerten und gegen alle Widerstände durchhielten. Gesellschaft brauche Hoffnung und Perspektive für die Zukunft. Deshalb sei es wichtig, wenn der notwendige Disput in der Sache nicht persönlich werde und die Redner nach einer heftigen Debatte in der Sache dennoch als Menschen wieder miteinander reden könnten. Hier seien es Vorbilder in der SPD Lauchringen wie Anselm Braun und der unvergessene Gerd Schmied gewesen, ohne die sie selbst nicht heute in der SPD wäre. Das Ehrenamt sei gelebte Demokratie und schon deshalb brauche es die die Unterstützung der Allgemeinheit. Demokratie brauche Haltung von Persönlichkeiten, durchaus auch eine kritische Auseinandersetzung. Demokratische Werte seien ein Nein zur Gleichgültigkeit und ein klares Ja zu Freiheit und Vielfalt. Nicht ohne Grund stehe in Artikel 1 des Grundgesetzes im Mittelpunkt die Unantastbarkeít der Würde jedes einzelnen Menschen unbeachtlich seiner Herkunft oder Zugehörigkeit. Gerade in der heutigen Zeit sei es nicht leicht politisch aktiv zu sein oder  mit anderen Worten: Das Leben sei ein Abenteuerland.

Aus Berlin ließ es sich der Vorsitzende der SPD- Bundestagsfraktion Matthias Miersch nicht nehmen, via Videoclip den Jubilarinnen und Jubilaren herzlich persönlich zu gratulieren. Dies galt besonders für Anselm Braun, dessen 60-jährige Mitgliedschaft in der SPD ein Zeichen großer Durchhaltekraft und Beständigkeit sei. Selbstkritisch gestand Miersch ein, dass es nicht immer ganz einfach sei, SPD-Mitglied zu sein.

Anschließend ehrten der OV-Vorsitzender und die Bundestagsabgeordnete die Jubilarinnen und Jubilare mit launigen Kommentaren und überreichten Ihnen die jeweilige Ehrenurkunde, den Herren eine SPD-Reversnadel und den Damen und den Damen eine SPD-Brosche, jeweils in Gold für 60 Jahre, in Silber für 25 Jahre und in Bronze für 10 Jahre Mitgliedschaft.

Ehrung von Andrea Timm für ein Jahrzehnt Mitgliedschaft
Ehrung von Ingrid Pichler (Mitte) für ein Jahrzehnt Mitgliedschaft
Ehrung von Ingrid Pichler für ein Jahrzehnt Mitgliedschaft

Andrea Timm und Ingrid Pichler haben sich in unterschiedlichen Lebensphasen vor zehn Jahren entschieden, Mitglied in unserer Partei zu werden. In einer Zeit, in der es leichter möglich ist, kurzfristig als Influencer:in tausende Follower hinter sich zu scharen, ist ein Bekenntnis zu einer demokratischen Partei durch Mitgliedschaft ein Ausdruck einer klaren Wertehaltung. Philipp Schmidt-Wellenburg war immer noch beeindruckt, dass sich Andrea Timm relativ schnell überreden ließ, den nicht trivialen Job der Kassiererin zu übernehmen. Als noch-JUSO sei sie gerade ein Vorbild für die junge Generation. Ingrid Pichler sei in höherem Alter zur SPD gestoßen und neben der SPD z.B. seit längerer Zeit im Helferkreis aktiv. Für sie sei es typisch, dass sie immer im Hintergrund aktiv und engagiert helfe, wenn Hilfe gebraucht werde, sie sich dabei aber nie in den Vordergrund schiebe.

Ehrung von Regina Schmied für ein Vierteljahrhundert Migliedschaft 
Ehrung von Jürgen Hannemann für ein Vierteljahrhundert Mitgliedschaft
Ehrung von Hildegard Rogg für ein Vierteljahrhundert Mitgliedschaft

Hildegard Rogg,  Regina Schmied und Jürgen Hannemann prägen seit einem Vierteljahrhundert das Gesicht der SPD in Lauchringen. In einer schnelllebigen Zeit sind 25 Jahre ehrenamtliche Arbeit bei ein und derselben Organisation für viele Mitmenschen bereits ein unglaublicher Zeitraum. Die Bundestagsabgeordnete vermisse Regina Schmied in der unmittelbaren Nachbarschaft. So sei es früher sehr leicht möglich gewesen, auf ganz kurzem Weg mit dem inzwischen leider verstorbenen Gerd und seiner Frau Regina Schmied politische Abstimmungen herbeizuführen. Der Eintritt in die SPD war ein wenig auch davon geprägt, ihren Ehemann und Vollblutpolitiker Gerd „etwas häufiger sehen zu können…“. Früher beruflich mit der Buchhaltung im Finanzamt vertraut habe sie sich außerhalb der SPD im Weltladen in Tiengen und bis heute noch aktiv in der Gemeindebücherei engagiert. Hildegard Rogg war neben ihrer Arbeit im Einzelhandel 2004 bis 2019 Mitglied des Gemeinderats und zeitweilig als Bürgermeisterstellvertreterin tätig. Neben der SPD war Hildegard Rogg immer sehr stark christlich und sozial engagiert, besonders in der katholischen Frauenorganisation. Das soziale Engagement sei immer mit dem Gedanken des christlichen Miteinanderverbunden gewesen. Jürgen Hannemann ist ebenfalls ein Beispiel dafür, wie das ehrenamtliches Engagement häufig eine ganze Familie prägt und auch nicht auf eine Organisation beschränkt bleibt. Hauptamtlich als Agraringenieur in der Bodenschätzung beim Finanzamt tätig fand er über seine inzwischen ebenfalls leider verstorbene Frau Ulla den Weg in die SPD , die dort lange Zeit sehr aktiv war. Beide bildeten außerhalb der SPD über Jahrzehnte gemeinsam die Geschäftsstelle des TV Lauchringen.

Ehrung von Anselm Braun für sechs Jahrzehnte Mitgliedschaft

Anselm Braun wurde als ein sozialdemokratisches Urgestein der Gemeinde Lauchringen und bereits 60 Jahre Mitglied in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gewürdigt – deutlich länger also, als es die aus Unter- und Oberlauchringen vereinigte Gemeinde Lauchringen gibt. 1936 geboren hat er sein Leben der Demokratie und dem Ehrenamt gewidmet. Bereits 1965 trat er in die SPD ein. Sein Leben wurde aber auch dadurch geprägt, dass er das Vertrauen vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger erwarb. Viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten hat Anselm Braun für eine Mitarbeit in der Partei gewinnen können. Auch die Bundestagsabgeordnete gestand, dass sie ohne Braun heute nicht in der SPD wäre. Braun war sich nie für irgendeine Aufgabe zu schade, sein Leben bestand nicht aus „Friede-Freude-Eierkuchen“ und sein Leben war nie ein „Ponyhof“. Seine jahrzehntelange Arbeit als Gemeindevertreter hat unseren Ort mitgeprägt. Selbstredend war er nicht nur in mehreren Vereinen sehr aktiv; er ist nicht ohne Grund hoch geschätzter Ehrenvorsitzender des Fußballclubs Lauchringen und Ehrenmitglied im Skiclub. Wie kaum ein anderer hat Braun beim Fußballclub dadurch Spuren hinterlassen, dass er visionär und mutig die Fusion der Clubs aus Unter- und Oberlauchringen bereits betrieb, als es die neue Gemeinde rechtlich noch gar nicht gab. Und er setzte den Bau des neuen Vereinsheims durch, obwohl der Verein eigentlich gar nicht die Mittel dazu hatte. Das brachte ihm unter den Sportlern den Titel des „Schuldenkönigs“ ein, den er damit konterte, dass er solange im Vorstand des Clubs Verantwortung  übernehmen werde, bis der Kredit abgezahlt sei. Damit waren die Zweifel der ängstlichen Zögerer und Zauderer abgeschmettert und der Erfolg gab ihm Recht.

Auch Bürgermeister Schäuble hob nochmals hervor, dass Anselm Braun einen wesentlichen Beitrag zur Zusammenlegung der beiden Orte Unter- und Oberlauchringen geleistet habe. Braun habe durch seine Vereinsmitgliedschaft in der breiten Zivilgesellschaft den gesellschaftlichen Rückenwind dafür geschaffen, dass das Projekt auch in der politischen Gemeinde mehrheitsfähig wurde. Rita Schwarzelühr Sutter überreichte Braun zudem ein Buch mit einer persönlichen Widmung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Braun wäre nicht Braun, wenn er nicht hierzu den passenden Kommentar gehabt hätte: „Die Unterschrift vom Bundespräsidenten habe ich bereits.  Er hat uns zur 60-jährigen Hochzeit bereits mit einer Urkunde gratuliert. Die Ehe hält schon länger als die Parteizugehörigkeit.“

 

Wir sind dankbar, dass wir als Ortsverein die langjährige Unterstützung von Menschen genießen können, denen Gemeinwohl und soziale Mitverantwortung für unser aller Gemeinwesen wichtiger sind als die eigene Selbstverwirklichung durch Abgrenzung von Mitmenschen. Der Staat ist nicht eine anonyme Obrigkeit: Der Staat sind wir alle zusammen. Die zu ehrenden Genossinnen und Genossen haben sich vielfältig in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands durch die Übernahme von Ehrenämtern aber z.T. darüber hinaus auch beruflich für die Gesellschaft und das Miteinander eingesetzt.

Alte Aufnahmen einiger Mitglieder finden sich in der Presse sowie unserem Archiv: https://www.spd-lauchringen.de/archiv-bilder/preview:1/

Für uns in Berlin

 

Parlamentarische Staatssekretärin RITA SCHWARZELÜHR-SUTTER MdB

Wahlkreis Waldshut

schwarzelühr-sutter.de